August 21, 2022

Wie viel sind Perlen tatsächlich wert? — die 7 Wertfaktoren

Von Francisco Javier Fernandez Sanchez
The South Sea Pearl Blog  The South Sea Pearl

Die Schönheit von Perlenschmuck ist unbestritten. Wie viel Perlen tatsächlich wert sind, variiert allerdings stark — abhängig von Faktoren wie Perlenart, Größe, Form, Farbe und Lüster. Unser kompakter Wertleitfaden zeigt Ihnen, was hinter dem Preis dieser maritimen Schönheiten steckt.

Für viele Menschen war das erste eigene Perlenstück ein Erbstück von Mutter oder Großmutter. Vielleicht war es ein Geschenk zum sechzehnten Geburtstag, wie es lange Zeit Tradition war, oder ein Hochzeitsgeschenk eines Familienmitglieds, das es selbst Jahre zuvor zur eigenen Hochzeit getragen hat.

Da so viele Perlenstücke ererbt oder älter sind, ist die Neugier auf ihren Wert naheliegend. Altern Perlen würdig, behalten sie ihren Wert mit der Zeit? Wird ihr Wert höher sein, wenn wir sie an unsere Kinder oder Enkel weitergeben? Werfen wir einen Blick auf die einzelnen Wertfaktoren von Perlenschmuck.

Sowohl Natur- als auch Zuchtperlen gelten branchenüblich als „echt". Auch wenn das Wort natürlich oft fälschlicherweise auch Zuchtperlenschmuck zugeschrieben wird — der überwiegende Teil der heute auf dem Markt befindlichen Perlen ist Zuchtperlenware.

Innerhalb der Zuchtperlen unterscheiden wir zwei Hauptgruppen: Süßwasser- und Salzwasserperlen, benannt nach dem Gewässer, in dem sie gezüchtet werden. Innerhalb der Salzwasserperlen unterscheiden wir Akoya- (zuweilen schlicht „Salzwasserperle" genannt), Tahiti- und Südseeperlen. Daraus ergeben sich vier Familien von Zuchtperlen.

Jede dieser Familien deckt ein breites Qualitäts- und Preisspektrum ab, doch im Allgemeinen ist die Südseeperle die teuerste Zuchtperle, gefolgt von der Tahiti-, der Akoya- und der Süßwasserperle.

Was beeinflusst den Wert einer Perle?

Größe

Bei gleichen sonstigen Wertfaktoren ist eine größere Perle wertvoller als eine kleinere. Allerdings wird eine brillante Spitzenperle in kleinerer Größe nahezu immer wertvoller sein als eine größere Perle minderer Qualität.

Jede Perlenart hat einen eigenen typischen Größenbereich:

  • Süßwasserperlen beginnen bei etwa 4 mm und reichen bis rund 15 mm.

Form

In allen Perlenarten gilt: vollkommen runde Perlen sind die wertvollsten. Selbst auf Perlenfarmen lässt sich die Formgebung der Perle nur begrenzt steuern. Nur etwa 3 % der jährlichen Gesamternte sind vollkommen rund.

Weitere Formen sind nahezu rund, Tropfen und Barock. Gut zusammenpassende Tropfenperlen sind in Ohrringen sehr beliebt, und bestimmte Barock-Perlen erzielen bei kreativen Designs hohe Preise. Generell werden diese nicht-runden Formen jedoch mit deutlichem Preisabschlag gehandelt.

Farbe

Für viele Menschen ist die Farbe das erste, was sie an einer Perle anzieht. Ob die makellose Elfenbein-Anmutung eines klassischen Akoya-Strangs, der elegante goldene Schimmer der Südseeperlen oder die zart-brushierten Lavendeltöne einer modernen Süßwasserperlenkette — die Vielfalt der Perlenfarben sorgt dafür, dass für jeden Stil etwas Passendes dabei ist.

Allgemein gilt: seltenere Farben sind wertvoller als gängige. Goldene Südseeperlen erzielen stets hohe Preise. Ungewöhnliche Süßwasserperlen-Farben wie Lila oder Bronze sind schnell vergriffen. Tahiti-Perlen mit ihren vielfarbigen Übertönen erzielen bei Farben wie Kirschrot und Aubergine-Violett die höchsten Preise.

Bei weißen Perlen gelten gelbliche Übertöne als weniger wertvoll als silbrige oder rosige.

Lüster

Der Lüster ist wohl der wichtigste Einzelfaktor für die Schönheit einer Perle. Er ist der „Glanz", der von innen heraus kommt und durch das vielfache Reflektieren des Lichts an den dünnen Perlmuttschichten entsteht.

Ob Ihre Perlen einen guten Lüster haben, erkennen Sie an den Reflexionen auf der Oberfläche. Bei hochwertigem Lüster sind die Kanten scharf und deutlich, die Reflexionen kontrastreich — helle Bereiche wirken sehr weiß, dunkle Bereiche tief und satt. Akoya-Perlen sind für ihren scharfen, spiegelartigen Lüster bekannt, während Süßwasser- und Südseeperlen tendenziell sanftere Oberflächenreflexionen aufweisen.

Bei Perlen minderer Qualität sind helle und dunkle Bereiche kaum unterscheidbar, die Töne verschwimmen ineinander.

Oberflächenqualität

Wer sich mit Diamanten auskennt, kennt vermutlich die Klassifikation nach Reinheit. Perlen werden ähnlich beurteilt, allerdings beziehen sich die Reinheitsmerkmale auf die Oberfläche und nicht auf das Innere.

Die Oberfläche sollte glatt und makellos sein, damit das Licht ungehindert über sie wandern kann. Da Perlen organisch entstehen, sind leichte Oberflächenmerkmale natürlich. Viele Perlen haben winzige Spuren, die belegen, dass sie echt und einzigartig sind. Erst wenn die Markierungen zahlreich oder so prominent sind, dass sie die Schönheit der Perle beeinträchtigen, werden sie problematisch.

Perlmuttqualität

Die Perlmuttqualität hängt mit dem Lüster zusammen. Konkret bezeichnet sie die Dicke des Perlmutts um den zentralen Kern bzw. den eingebrachten Reizkörper. Süßwasser- und Naturperlen werden mit abbaubaren Reizkörpern wie Hautgewebe nukleiert. Während die Perle wächst, löst sich der Kern auf, so dass am Ende die gesamte Perle aus Perlmutt besteht.

Salzwasserperlen hingegen werden mit einem Kern aus Perlmuttkügelchen oder Kunststoff nukleiert, um den herum sich das Perlmutt bildet. Ist das Perlmutt sehr dünn, kann der Kern als dunkler Schatten durchschimmern — ein Zeichen für mindere Perlmuttqualität. Das Perlmutt sollte dick und substanziell sein, denn es trägt zur Haltbarkeit der Perle und zum Lichtspiel — also zum Lüster — bei.

Matching (Aufeinander-Abstimmen)

Das Matching ist ein Qualitätskriterium für Perlenstränge, Ohrringpaare und Broschen mit mehreren Perlen. Für Ringe oder andere Schmuckstücke mit nur einer Perle (z. B. Krawattennadeln) wird es nicht herangezogen.

Da die Übertöne von Perlen weit variieren, ist es wesentlich, gut zusammenpassende Perlen auszuwählen. Das gilt insbesondere für Tahiti-Perlen mit ihrer breiten Farbpalette. Die Perlen sollten identische oder zueinander passende Farben aufweisen; die Größen sollten sanft abgestuft sein und nicht in Sprüngen wechseln; und die Formen sollten so nahe wie möglich beieinander liegen. In einer Perlenkette sollte die Farbe des Fadens der Grundfarbe der Perlen entsprechen.

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